GRANDMOTHERS OF THE UNIVERSE

Fünf Frauen, geboren und aufgewachsen in Deutschland, Griechenland, Palästina und im Iran, stellen sich in der Performance GRANDMOTHERS OF THE UNIVERSE schonungslos autobiografisch in die Traditionslinien ihrer eigenen (weiblichen) Geschichte(n) und untersuchen diese aus einer interkulturellen und feministischen Perspektive. Sie suchen nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten in den Leben ihrer griechischen, palästinensischen, iranischen und deutschen Großmütter von den Anfängen des frühen 20. Jahrhunderts bis heute. Fotos, Briefe, Tagebücher und erzählte Erinnerungen der Großmütter dienen als Ausgangsmaterial.
Kennst du den Mädchennamen deiner Großmutter? Wie viele Kriege hat sie erlebt, wie viele Währungsreformen, wie viele Sexualpartner hatte deine Großmutter? Männlich oder weiblich? Freiwillig oder unfreiwillig? Wie war das Leben in Griechenland während der 50er Jahre, wie hat deine Großmutter die Revolution im Iran erlebt, hätte die Großmutter in Deutschland das Land Palästina ohne Hilfe auf der Landkarte gefunden? Die räumliche Distanz, die das Leben der Großmütter noch ganz selbstverständlich trennte, ist in einer von Globalisierung und Migration geprägten Welt aufgehoben.
Die Performerinnen – zwei Generationen später – stellen sich selbst und einander die Frage: Wie bist du die Frau geworden, die mir heute gegenübersteht? Was bedeutet das kulturelle Erbe, das jede*r von uns in sich trägt, für eine pluralisierte Gesellschaft, in der unterschiedliche und vielstimmige Erzählungen gleichwertig nebeneinander im Raum sind? Wer ist die Großmutter Universum, auf deren Schoß wir alle sitzen?

Konzept: waltraud900
Performance: Jamila Al-Yousef, Bianca Künzel, Ria Papadoupolu, Phaedra Pisimisi, Matin Soofipour Omam, Dorle Trachternach
Musik: Jamila Al-Yousef
Ausstattung: Ria Papadoupolu
Choreografie: Phaedra Pisimisi
Produktionsleitung: Esther Schneider

 

waltraud900 ist seit Sommer 2019 auf den Spuren ihrer Großmütter unterwegs. In verschiedenen Modulen werden die Ergebnisse immer weitergeführt und zu unterschiedlichen Arbeitsergebnissen zusammengefasst. Für den Herbst 2020 war eine Inszenierung geplant, die aufgrund der aktuellen Situation auf den Sommer 2021 verschoben wird. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden:

 

Aktuelles

JULI 2020

waltraud900 war zum asphalt-Festival 2020 in Düsseldorf eingeladen und zeigte dort am 20. Juli auf der Seebühne eine musikalische Lesung. Hier könnt ihr euch den Trailer und Fotos des Auftritts ansehen:

„Starke, weibliche Selbstermächtigungsmomente entstehen da und lassen spüren, dass sich in all den Jahrzehnten vielleicht doch etwas getan hat.“

— Dorothea Marcus für Deutschlandradio Kultur

„Aus allem spricht viel Liebe und die Traurigkeit darüber, dass in den Biografien der Großmütter so viele Lücken bleiben, oft nicht einmal Bilder. Da hört man auch im Publikum so manch trockenes Schlucken. (...) Die Darstellung überzeugt ebenso wie die Musik, viele Fragen bleiben. Der große Applaus ist den Darstellerinnen gewiss.“ — Michael S. Zerban für O-Ton

„Was immer sie herausfanden über ihre Mütter und Großmütter, die sie zu retten versuchen vor der Unsichtbarkeit und dem gänzlichen Verschwinden, sie bieten es als Performance aus Tanz, Lied und Erzählung. Ein buntes Kaleidoskop ergibt sich daraus, bewusst feministisch hinterfragt, doch ohne Moralin. “
— Christa Fluck für Theater Pur

MÄRZ 2020
waltraud900 ist zu einer 3wöchigen Residenz ins Maschinenhaus Essen eingeladen. Dort werden die Rechercheergebnisse der Reisen und Workshops zu einer ersten szenischen Installation verdichtet. Zu einer Präsentation kommt es aufgrund des Lockdowns nicht mehr. Hier gibt es erste szenische Eindrücke unserer Arbeit.

JANUAR 2020
waltraud900 geht auf Recherchereise auf den Spuren von Biancas Großmutter nach Altenburg/Sachsen. Die ebenfalls für Januar 2020 geplante Reise in den Iran muss aus politischen Gründen und wegen der Ausbreitung des Corona-Virus auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

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DEZEMBER 2019
Recherchereise nach Athen / Griechenland zur letzten noch lebenden Großmutter, der von Phaedra. In Athen findet die Workshopreihe aus Düsseldorf eine Fortsetzung, diesmal mit einer griechischen Frauengruppe. Hier gibt es einige Eindrücke der Workshoparbeit aus Düsseldorf und Athen. waltraud 900 kooperiert hier mit der Athener Gruppe En Armonia Cultural Activities Company.

OKTOBER 2019
Die Arbeit zu GRANDMOTHERS OF THE UNIVERSE beginnt mit einer Workshopreihe mit einer interkulturellen Frauengruppe zum Thema in Kooperation mit dem zakk- Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation in Düsseldorf.

Freunde und Förderer

Die Recherchereisen nach Athen, Griechenland und Altenburg wurden finanziert durch die LAG Soziokultur und das NRW KULTURsekretariat. Die Reisen in den Iran und nach Palästina mussten aus politischen Gründen und wegen der Ausbreitung des Corona-Virus auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Eine Residenz im Maschinenhaus Essen wurde unterstützt durch das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste. Begleitend zur bisherigen Arbeit wird ein Hörstück produziert, das durch ein Stipendium der Filmstiftung NRW zustande kommt. Kooperationspartner der Workshopreihe, in der mit einer interkulturelle Frauengruppe zum Thema gearbeitet wurde, waren das zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation in Düsseldorf und in Athen die Gruppe En Armonia Cultural Activities Company.

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